Wie aussagekräftig ist ein digitales EKG?

Deine Smartwatch meldet ein auffälliges EKG. Aber wie verlässlich ist so ein Hinweis? Hier erfährst Du, was digitale EKGs können, wo ihre Grenzen liegen und wann ein klassisches Klinik-EKG unverzichtbar bleibt.

Ein EKG (kurz für Elektrokardiogramm) zeichnet die elektrischen Signale Deines Herzens auf. Ärztinnen und Ärzte sehen daran zum Beispiel, ob Dein Herz regelmäßig schlägt, ob es Hinweise auf Durchblutungsstörungen gibt oder ob elektrische Signale im Herzen verzögert weitergeleitet werden.

Früher wurde ein EKG fast nur in der Praxis, im Rettungswagen oder in der Klinik geschrieben. Heute kann es auch digital übertragen werden: vom Rettungswagen direkt in die Kardiologie, aus der Hausarztpraxis an ein Telemedizinzentrum oder von einer Smartwatch auf Dein Smartphone.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: „Ist digital besser oder schlechter?“ Entscheidend ist: Welche Art von EKG wird gemessen? Wer schaut sich die Aufzeichnung an? Und wofür soll sie genutzt werden?

Kurz gesagt: Ein digitales 12-Kanal-EKG kann einem klassischen Klinik-EKG sehr nahekommen, wenn die Elektroden richtig sitzen und die Signalqualität gut ist. Ein Ein-Kanal-EKG aus einer Smartwatch zeigt dagegen lediglich eine Sicht auf das Herz. Bei bestimmten Rhythmusstörungen, insbesondere bei Vorhofflimmern, kann es sehr hilfreich sein; ein vollständiges Klinik-EKG ersetzt es aber nicht.

Der wichtigste Standard: das klassische 12-Kanal-EKG

Das 12-Kanal-EKG ist bis heute ein zentraler Baustein der Herzdiagnostik. „12 Kanäle“ bedeutet: Das Gerät betrachtet die elektrische Aktivität des Herzens aus zwölf Blickwinkeln gleichzeitig. So lassen sich nicht nur Rhythmusstörungen erkennen, sondern auch Hinweise auf einen Herzinfarkt, Leitungsstörungen, eine Verdickung des Herzmuskels oder Veränderungen der elektrischen Herzachse.

Telemedizinische EKG-Interpretation kann genau dieses 12-Kanal-EKG nutzen. Im Rettungsdienst wird es zum Beispiel vor Ort geschrieben und sofort an Kardiologinnen und Kardiologen übertragen. Das EKG selbst ist dann nicht kleiner oder einfacher. Digital ist hier lediglich der Weg, auf dem es weitergeleitet wird.

Anders ist es bei Wearables wie Smartwatches oder kleinen Hand-EKGs. Viele dieser Geräte nutzen ein Ein-Kanal-EKG, die Pulsmessung über Licht (PPG) oder beides. Das ist praktisch und kann im Alltag wertvolle Hinweise liefern. Es leistet aber nicht dasselbe wie ein vollständiges 12-Kanal-EKG.

PPG und Ein-Kanal-EKG: der einfache Unterschied

PPG

Ein Lichtsensor am Handgelenk misst Veränderungen im Blutfluss und schätzt daraus den Puls. Das funktioniert automatisch im Hintergrund, zum Beispiel beim Schlafen, Arbeiten oder Sport. PPG misst aber keine elektrischen Herzsignale, sondern die Pulswelle. Bewegung, schlechter Sitz der Uhr oder Hautkontakt können die Messung stören. PPG kann Auffälligkeiten bemerken, aber keine sichere medizinische Diagnose stellen.

Ein-Kanal-EKG

Hier wird eine echte Herzstromkurve aufgezeichnet. Bei einer Smartwatch ist die Rückseite der Uhr der eine Pol, Dein Finger an der Krone der andere. So entsteht ein kleiner Stromkreis über Arme und Brust. Das Gerät misst die elektrischen Impulse, die Dein Herz zum Schlagen bringen. Kardiolog*innen können daraus zum Beispiel ableiten: „Das sieht nach Vorhofflimmern aus.“ oder „Das war eher ein harmloser Extraschlag.“

Was zeigen Studien zu Smartwatches und Hand-EKGs?

Die Forschung zeigt: Nicht jedes Gerät ist gleich zuverlässig. Und nicht jede Frage lässt sich mit einem Wearable beantworten. Besonders gut untersucht ist die Frage, ob solche Geräte Vorhofflimmern erkennen können.

Sensitivität und Spezifizität

Wenn Studien digitale EKGs prüfen, tauchen oft zwei Wörter auf: Sensitivität und Spezifität. Sie klingen kompliziert, sind aber leicht zu verstehen. Diese beiden Begriffe solltest Du kennen, wenn Du Dich mit medizinischen Studien beschäftigst.

Sensitivität: Wie gut findet ein Test Menschen, die die gesuchte Erkrankung wirklich haben? Eine hohe Sensitivität bedeutet: Der Test übersieht möglichst wenige Fälle.

Spezifität: Wie gut erkennt ein Test Menschen, die die Erkrankung nicht haben? Eine hohe Spezifität bedeutet: Der Test löst möglichst wenige Fehlalarme aus.

Beides ist wichtig: Ein sehr empfindlicher Test entdeckt viele mögliche Fälle, kann aber auch unnötig beunruhigen. Ein sehr spezifischer Test macht weniger Fehlalarme, wenn er aber nicht empfindlich genug ist, können echte Fälle übersehen werden.

Die BASEL Wearable Study

Eine wichtige Vergleichsstudie ist die BASEL Wearable Study von Mannhart et al. aus dem Jahr 2023. Die Forschenden untersuchten 201 Herzpatientinnen und Herzpatienten und verglichen fünf gängige Smartwatches und Hand-EKGs mit einem ärztlich beurteilten 12-Kanal-EKG als Vergleichsstandard.

Die Ergebnisse unterschieden sich je nach Gerät deutlich:

Gerät Ergebnis
Apple Watch 6 Sensitivität 85 %, Spezifität 75 %
Samsung Galaxy Watch 3 Sensitivität 85 %, Spezifität 75 %
AliveCor KardiaMobile Sensitivität 79 %, Spezifität 69 %
Fitbit Sense Sensitivität 66 %, Spezifität 79 %
Withings Scanwatch Sensitivität 58 %, Spezifität 75 %

Was diese Zahlen bedeuten und was nicht

Die Ergebnisse der BASEL-Studie sind aufschlussreich: Kein einziges Gerät erreichte in beiden Kategorien gleichzeitig hohe Werte. Die Apple Watch 6 und die Samsung Galaxy Watch 3 erzielten die höchste Sensitivität. D.h. beide Geräte erkannten also von zehn tatsächlichen Vorhofflimmern-Episoden im Schnitt etwa acht bis neun. Gleichzeitig waren bei diesen Geräten aber auch mehr Fehlalarme zu verzeichnen: 25 % der als auffällig gemeldeten Messungen waren kein Vorhofflimmern.
Das Withings Scanwatch verhielt sich umgekehrt: weniger Fehlalarme, aber auch mehr übersehene Fälle. Es erkannte nur gut jede zweite Episode verlässlich.

Was bedeutet das für Dich? Ein Hinweis auf Vorhofflimmern auf Deiner Smartwatch ist ernst zu nehmen, aber er ist keine gesicherte Diagnose. Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass alles in Ordnung ist. Beide Aussagen gelten unabhängig davon, welches Gerät Du verwendest.

Dazu kommt eine wichtige Einschränkung der Studie: Es wurden nur 201 Personen in einer kardiologischen Patientengruppe untersucht. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle Altersgruppen oder auf neuere Gerätegenerationen übertragen. Die Studie liefert wertvolle Orientierung, aber keine absoluten Garantien.

Die VITAL-AF-Studie

Eine weitere große Untersuchung ist die VITAL-AF-Analyse von Khurshid et al. aus dem Jahr 2023. Dort wurden Ein-Kanal-Hand-EKGs in der Hausarztversorgung bei Menschen ab 65 Jahren getestet. Beim KardiaMobile-Algorithmus zur Erkennung von „möglichem Vorhofflimmern“ lag die Sensitivität bei 51 %, die Spezifität bei 98,7 %.

Einfach gesagt: Der automatische Hinweis war sehr streng und machte nur wenige Fehlalarme. Gleichzeitig erkannte der Algorithmus aber nicht alle Fälle. Deshalb reicht ein automatisches Ergebnis allein nicht aus.

Warum ist kardiologische Auswertung unverzichtbar?

Auffällige Messungen müssen ärztlich geprüft werden und ein unauffälliges Ergebnis ist keine absolute Entwarnung. Genau deshalb ist die ärztliche Auswertung unverzichtbar.

Wearables können Dich lediglich auf etwas aufmerksam machen, einordnen und auswerten müssen es Kardiologinnen und Kardiologen. Damit hast Du die Möglichkeiten der modernen Medizin bestmöglich für Deine Herzgesundheit genutzt.

Wann helfen Wearables bei Vorhofflimmern im Alltag wirklich?

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und ein großer Risikofaktor für einen Schlaganfall. Dabei arbeiten die Herzvorhöfe unkoordiniert. Das Herz schlägt unregelmäßig und manchmal zu schnell. Manche Menschen spüren Herzrasen, Herzstolpern oder innere Unruhe. Andere bemerken gar nichts.

Trotzdem ist Vorhofflimmern riskant: Es kann das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle deutlich erhöhen. Je nach persönlichem Risiko empfehlen Ärzt*innen deshalb Medikamente, die die Gerinnung hemmen, im Alltag häufig Blutverdünner genannt.

Genau hier haben Wearables einen großen Vorteil: Sie sind oft dann an Deinem Körper, wenn das Vorhofflimmern gerade auftritt. Ein klassisches EKG in der Praxis zeigt nur wenige Sekunden. Wenn Dein Herz während des Termins normal schlägt, kann anfallartig auftretendes Vorhofflimmern unentdeckt bleiben.

Eine Smartwatch oder ein Hand-EKG kann dagegen eine Episode in Deinem Alltag festhalten: nachts, beim Spazierengehen oder direkt während Du das Herzstolpern bemerkst.

Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) akzeptiert für die Diagnose von klinischem Vorhofflimmern nicht nur ein 12-Kanal-EKG. Auch ein Ein-Kanal-EKG von mindestens 30 Sekunden kann ausreichen, wenn typische Zeichen sichtbar sind: keine klar wiederkehrenden P-Wellen und unregelmäßige Abstände zwischen den Herzschlägen.

Wichtig ist die Qualität der Messung. Ein Artefakt ist ein Messfehler, der nicht vom Herzen kommt. Er entsteht zum Beispiel, wenn das Gerät verrutscht, weil Du Dich bewegst oder wenn der Hautkontakt schlecht ist. Deshalb messen Wearables in Ruhe zuverlässiger als beim Sport. Halte Dich bei der Messung möglichst genau an die Anleitung Deines Geräts.

Warum ist telemedizinische Versorgung bei Vorhofflimmern sehr sinnvoll?

Auch wenn ein Wearable kein vollständiges Klinik-EKG ersetzt, ist telemedizinische Versorgung bei Vorhofflimmern sehr wertvoll. Der Grund ist einfach: Vorhofflimmern kommt wie beschrieben häufig in Episoden. Es ist nicht immer genau dann da, wenn Du gerade in der Praxis sitzt. Die kardiologische Telemedizin hilft Dir, diese Lücke zu schließen.

Eine App wie smartcor kann aus einem kurzen Moment in Deinem Alltag eine verwertbare medizinische Information für Deinen Arzt bzw. Deine Ärztin machen: Du misst, wenn Du Beschwerden spürst oder wenn Deine Uhr Dich warnt. Die Aufzeichnung wird anschließend kardiologisch eingeordnet. So wird aus einem vagen Gefühl wie „Da war etwas mit meinem Herzen“ ein konkretes EKG, über das die Ärzt*innen mit Dir sprechen können.

Das ist besonders sinnvoll, weil Vorhofflimmern nicht nur unangenehm sein kann, sondern bei vielen Menschen auch ernsthafte Folgen haben kann. Wer früh einen belastbaren Hinweis bekommt, kann schneller abklären lassen, ob weitere Diagnostik, Verlaufskontrollen oder eine Behandlung nötig sind.

Telekardiologie ersetzt also nicht die klassische Kardiologie. Sie sorgt dafür, dass die richtige Information früher am richtigen Ort ankommt und die richtige Behandlung früher gestartet werden kann.

Gerade bei Vorhofflimmern ist das ein großer Unterschied: Nicht jeder auffällige Puls ist gefährlich, aber auch nicht jede relevante Episode wird zufällig in der Praxis entdeckt. Die Kombination aus einfacher Messung zu Hause und kardiologischer Auswertung schafft hier mehr Sicherheit für Dich als die Meldung eines digitalen device allein.

Warum funktioniert das nicht nur für Technikfans?

Ein häufiger Einwand gegen den Einsatz von Wearables in der Diagnostik lautet: An großen Wearable-Studien nehmen vor allem Menschen teil, die ohnehin technikaffin sind. Das stimmt zwar als Einschränkung der Studien. Es bedeutet aber nicht, dass telemedizinische Versorgung nur für Technikfans geeignet ist.

Entscheidend ist nicht, ob jemand Technik liebt. Entscheidend ist, ob der Ablauf der genutzten Technik einfach ist. Bei einer guten telemedizinischen Lösung müssen Nutzerinnen und Nutzer keine EKG-Kurven verstehen und keine medizinischen Fachbegriffe deuten. Ihre Aufgabe ist viel einfacher: Gerät anlegen, ruhig sitzen, Messung starten, Ergebnis übertragen.

Gerade deshalb kann Dir zum Beispiel die smartcor-App helfen. Sie macht aus einem komplizierten medizinischen Thema einen geführten Ablauf: Schritt für Schritt, mit klaren Hinweisen, ohne Fachkenntnisse. Die medizinische Bewertung Deines Smartwatch-EKGs bleibt bei erfahrenen Kardiologinnen und Kardiologen.

Auch im Alltag spricht viel gegen das Argument „nur für Technikbegeisterte“: Viele Menschen nutzen längst Smartphones, Online-Banking, Messenger oder digitale Terminbuchungen, ohne sich als technikaffin zu sehen. Entscheidend ist eine klare Bedienung, nicht technisches Interesse. Wenn die Messung selbsterklärend ist und eine digitale Lösung durch den Prozess führt, sinkt die Hürde erheblich.

Für ältere oder weniger digital geübte Menschen kann telemedizinische Versorgung sogar besonders hilfreich sein: Sie müssen nicht jeden Termin abwarten. Sie können eine Episode festhalten, wenn sie passiert. Angehörige können bei Bedarf unterstützen. Und die Auswertung liegt nicht bei den Nutzer*innen, sondern immer bei medizinischen Fachleuten.

Wo können digitale EKGs Leben retten? Der Herzinfarkt

Besonders stark ist die Evidenz der modernen Telemedizin beim akuten Herzinfarkt, genauer beim sogenannten STEMI. Das ist ein Herzinfarkt, bei dem ein Herzkranzgefäß verschlossen ist und im EKG typische ST-Hebungen sichtbar werden können. Hier zählt jede Minute: Je schneller das Gefäß wieder geöffnet wird, desto mehr Herzmuskel kann gerettet werden.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Moxham et al. aus dem Jahr 2024 zeigte: Wenn ein 12-Kanal-EKG schon vor Ankunft in der Klinik digital übertragen wird, verkürzt sich die Zeit bis zur Behandlung deutlich. Die Zeit von der Kliniktür bis zur Behandlung sank im Mittel um 33 Minuten. Die Zeit vom ersten medizinischen Kontakt bis zur Intervention sank um fast 25 Minuten. Außerdem war die digitale Übertragung mit einer niedrigeren Sterblichkeit verbunden.

Auch eine Meta-Analyse von Tanaka et al. aus dem Jahr 2022 spricht für den Nutzen: Wenn Rettungsdienstpersonal ein 12-Kanal-EKG vor der Klinik beurteilte, lagen die zusammengefasste Sensitivität und Spezifität bei 95,5 % beziehungsweise 95,8 %. Computerprogramme waren zwar recht spezifisch, aber weniger empfindlich. Das bedeutet: Algorithmen können helfen, sollten beim Verdacht auf Herzinfarkt aber nicht allein entscheiden.

Auch KI wird in diesem Bereich getestet. In einer Studie von Chen et al. aus dem Jahr 2022 wurde KI zur Erkennung von STEMI auf kleinen präklinischen EKG-Geräten erprobt. Die Genauigkeit war hoch, die Studie selbst aber klein: 275 Patientinnen und Patienten, darunter nur zehn STEMI-Fälle. Das ist vielversprechend, aber noch kein Freibrief für autonome KI-Diagnosen.

Eine ehrliche Einordnung der Studien

Die stärksten Belege gibt es dort, wo digitale EKGs direkt mit einem klaren Vergleichsstandard geprüft wurden, zum Beispiel mit einem ärztlich beurteilten 12-Kanal-EKG. Deshalb ist die BASEL-Studie in unserem Zusammenhang wertvoll: Sie vergleicht mehrere Geräte in derselben Gruppe von Herzpatientinnen und Herzpatienten. Ihre Grenze ist aber ebenfalls wichtig: Es waren nur 201 Personen, und die Ergebnisse gelten nicht automatisch für alle Altersgruppen oder alle neuen Gerätemodelle.

Große Wearable-Studien wie Apple Heart und Fitbit zeigen vor allem, dass viele Menschen im Alltag erreicht werden können. Sie sagen aber mehr über Warnmeldungen und positive Vorhersagewerte aus als über klassische Kennzahlen zur Testgenauigkeit. Außerdem machen dort oft Menschen mit, die Technik bereits gern nutzen. Das kann die Ergebnisse beeinflussen.

Trotzdem ist dieser Punkt kein Gegenargument gegen telemedizinische Versorgung. Er zeigt nur, worauf gute Angebote achten müssen: einfache Bedienung, klare Sprache, möglichst wenige Klicks, verständliche Rückmeldungen und eine ärztliche Auswertung im Hintergrund. Dann muss niemand technikaffin sein, er muss lediglich in der Lage sein, eine kurze Messung nach Anleitung durchzuführen.

Bei Herzinfarkt-Netzwerken ist die Evidenz besonders praxisnah, weil Zeitgewinne sehr wahrscheinlich lebensrettend sind. Viele Daten stammen allerdings aus Beobachtungsstudien. Sie zeigen, dass Systeme mit digitaler EKG-Übertragung bessere Abläufe haben, können aber nicht immer genau trennen, ob der Vorteil allein durch die digitale Übertragung entsteht oder auch durch insgesamt besser organisierte Notfallnetzwerke.

Kardiologische Telemedizin: eine sinnvolle Erweiterung der klassischen Kardiologie?

Ja, unbedingt!

Telemedizinische EKG-Interpretation ersetzt die klassische Kardiologie nicht. Sie erweitert sie. Besonders stark ist sie dort, wo ein hochwertiges 12-Kanal-EKG digital übertragen und von Fachpersonal ausgewertet wird. Dann kann sie Diagnosen beschleunigen, vor allem beim Herzinfarkt, bei dem Minuten zählen.

Wearables und Ein-Kanal-EKGs sind besonders interessant für die Früherkennung von Vorhofflimmern. Ihr Wert für Dich liegt nicht darin, Ärztinnen und Ärzte zu ersetzen. Ihr Wert für Dich liegt darin, früher Hinweise zu liefern, die anschließend medizinisch sauber bestätigt werden. So können Schlaganfälle vermieden werden.

Man könnte es auch so ausdrücken: Das Wearable ist ein Rauchmelder, nicht die Feuerwehr. Es kann Alarm geben. Ob wirklich Feuer ist, müssen die Fachärzt*innen mit der passenden Diagnostik beurteilen. Deshalb werden bei smartcor Deine EKGs ausschließlich von erfahrenen Kardiologinnen und Kardiologen ausgewertet und Dir anschließend individuelle Informationen zur Verfügung gestellt.

Quellen

Über diesen Artikel

Foto von Dr. Kathrin Borgs; sympathische Frau mittleren Alters, mit schwarzem, schulterlangem Haar, Brille und blauem smartcor-Hoodie

Autor*in / geschrieben von

Dr. Kathrin Borgs

Foto von Dr. med. Christian Flottmann, MHBA; sympathischer Mann mittleren Alters, mit kurzem, blondem Haar, Brille und Arztkittel

Fachliche Prüfung / geprüft von

Dr. med. Christian Flottmann

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Autor*in / geschrieben von

Dr. Kathrin Borgs

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