Mittig im Bild zu sehen ist eine graue Smartwatch. Auf dem Display steht smartcor. Über der Uhr in Blau steht als Überschrift: Telekardiologie. Untertitel: Dein Herz. Digital im Blick. Im unteren Bereich des Bildes sind auf weißem Hintergrund die Hinweise auf die Sicherheit, DSGVO-Konformität und die Nähe zu echten Kardiolog*innen.

Telekardiologie: Was kann digitale Herzmedizin heute schon?

Dein Herz schlägt rund 100.000 Mal am Tag. Und trotzdem bleibt eine der häufigsten Rhythmusstörungen oft jahrelang unbemerkt. Was das mit Telemedizin zu tun hat? Mehr, als du vielleicht denkst.
Herzerkrankungen sind nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für schwerwiegende gesundheitliche Ereignisse in Deutschland. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung, wie Medizin funktioniert, auch in der Kardiologie.

In diesem Beitrag erfährst Du, was Telekardiologie bedeutet, welche Anwendungen es schon heute gibt und wo ihre Grenzen liegen.

Was ist Telekardiologie?

Telekardiologie bedeutet: Dein Herz wird auch dann im Blick behalten, wenn Du nicht in der Arztpraxis sitzt. Ärzt*innen und Patient*innen sind räumlich voneinander getrennt und tauschen Informationen über digitale Wege aus.

Messwerte, EKG-Aufzeichnungen, Verlaufsdaten. Diagnosen, Therapieentscheidungen und Verlaufskontrollen können so unterstützt werden, auch über größere Entfernungen hinweg.

Telemedizin ist keine eigene Fachrichtung, sondern eine digitale Versorgungsform innerhalb der Kardiologie. Sie ergänzt die persönliche Betreuung vor Ort, ersetzt sie aber nicht.

Was gibt es schon? Etablierte Anwendungen in Deutschland

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Die stärkste Evidenz für telemedizinische Anwendungen in der Kardiologie liegt derzeit im Bereich der chronischen Herzinsuffizienz. Telemonitoring-Programme können hier klinisch sinnvoll sein, insbesondere mit Blick auf Krankenhausaufenthalte, Therapietreue und die Qualität der Versorgung. Wie groß der konkrete Nutzen ist, hängt dabei vom Programm, der Situation und der Umsetzung ab.

Im Alltag übermitteln Betroffene regelmäßig Messwerte wie Gewicht und Blutdruck an ein Telemedizinzentrum. Auch implantierte Herzgeräte – etwa Defibrillatoren oder Herzschrittmacher – können Daten automatisch senden. Auffällige Veränderungen lassen sich so früh erkennen und einordnen, bevor sich eine Situation verschlechtert.

Seit einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von 2021 ist das Telemonitoring bei Herzinsuffizienz in Deutschland als erstattungsfähige Versorgungsform anerkannt. Die genauen Regelungen solltest du stets aktuell prüfen.

Vorhofflimmern: Das stille Risiko

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und ein wesentlicher Risikofaktor für Schlaganfall. Besonders tückisch: Viele Betroffene bemerken es gar nicht, weil es oft symptomlos verläuft.

Hier haben Wearables in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Moderne Smartwatches nutzen vor allem zwei Verfahren: die Photoplethysmographie (PPG) zur Erkennung unregelmäßiger Pulsrhythmen und das 1-Kanal-EKG zur Aufzeichnung eines Rhythmusstreifens auf Knopfdruck. PPG kann Hinweise auf Auffälligkeiten geben, ersetzt aber keine ärztliche EKG-Diagnostik.

Wenn du eine Rhythmusauffälligkeit auf deiner Smartwatch siehst, stehst du vor einem Problem: Du kannst den Befund weder ignorieren noch selbst einordnen. Genau diese Lücke schließt smartcor für Dich, indem Du Dein EKG über die App oder die Plattform echten Kardiolog*innen zur Auswertung sendest.

Warum Früherkennung bei Vorhofflimmern zählt

Je früher Vorhofflimmern erkannt wird, desto besser lassen sich Risiken einschätzen und behandeln. Eine wirksame Antikoagulation kann das Schlaganfallrisiko deutlich senken, sobald die Indikation ärztlich gestellt ist.

Telemedizin kann dabei helfen, Wege zu verkürzen, insbesondere in Regionen mit begrenztem Zugang zu kardiologischer Fachversorgung. Auch für die Therapietreue und das Sicherheitsgefühl vieler Patient*innen kann die digitale Begleitung einen Unterschied machen. Wie groß dieser Effekt ist, hängt aber davon ab, wie gut die Anwendung in den klinischen Alltag eingebettet ist.

Telemedizin kann zwar eine ausführliche Anamnese und Untersuchung nicht immer vollständig ersetzen, aber besonders dort wertvoll sein, wo zwischen zwei Terminen Informationen verloren gehen oder wo Beschwerden nur gelegentlich auftreten.

Deutschland im europäischen Vergleich

Deutschland hat in der Telekardiologie wichtige Schritte gemacht, liegt bei der flächigen Umsetzung aber noch hinter einigen europäischen Ländern. Dänemark, Estland, die Niederlande und Frankreich zeigen, wie weit Telemedizin bereits gehen kann: von einer ausgereiften digitalen Infrastruktur bis hin zu strukturierten Erstattungsmodellen. Auch Schweden wird in diesem Zusammenhang häufig genannt.

Dabei ist kein Land in allen Bereichen gleich weit. Manche sind bei der digitalen Infrastruktur führend, andere bei der Versorgungsintegration oder Erstattung. Für Deutschland gilt: Es gibt echte Fortschritte, vor allem beim Telemonitoring bei Herzinsuffizienz.

Die Umsetzung ist aber noch weniger flächig und stärker fragmentiert als in den genannten Ländern. Gerade deshalb lohnt es sich für Dich, selbst aktiv zu werden und verfügbare digitale Angebote zu nutzen.

Wie geht es weiter in der Telekardiologie?

Die Telekardiologie wird sich vor allem an der Schnittstelle von Wearables, Datenanalyse und ärztlicher Expertise weiterentwickeln. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Muster schneller zu erkennen oder große Datenmengen zu priorisieren. Die ärztliche Verantwortung bleibt dabei unverzichtbar.

Smartwatches könnten künftig eine größere Rolle im Langzeitmonitoring spielen. Ob sie invasive Verfahren in bestimmten Situationen ergänzen oder teilweise ersetzen können, wird derzeit in Studien weiter untersucht.

Telemedizin in der Kardiologie ist längst mehr als ein Zukunftsthema. Sie hat heute einen festen Platz in ausgewählten Versorgungsbereichen, vor allem bei Herzinsuffizienz und der digitalen Rhythmusdiagnostik. Ihr Nutzen liegt besonders dort, wo Versorgungslücken geschlossen, Befunde schneller eingeordnet und Patient*innen enger begleitet werden können.

Wearables können Hinweise geben, aber keine ärztliche Diagnose ersetzen. Wenn du eine auffällige Rhythmusmeldung erhältst, nimm sie ernst und lass sie medizinisch abklären.

Bei akuten Symptomen wie Brustschmerz, Luftnot, Bewusstlosigkeit oder neurologischen Ausfällen: Sofort den Notruf 112 anrufen!

Quellen

Letzter Aufruf aller Quellen: 17.04.2026

Bertelsmann Stiftung: #SmartHealthSystems 2020. Telemedizin im Ländervergleich – Videosprechstunde in der Regelversorgung.

DGK Jahrestagung 2025: Umfrage Telemedizin

Europäische Kommission: Digital Decade 2024 eHealth Indicator Study

Haverkamp W et al. Vorhofflimmerndiagnostik mittels EKG-fähiger Smartwatches. Nervenarzt 2022.

Herz – Fachzeitschrift. Telemedizin bei Herzinsuffizienz (TmHi). Januar 2026. (Paywall)

Köhler F et al. Telemedizin in der Kardiologie. Springer 2023. (Paywall)

Köhler F et al. The present and future of cardiological telemonitoring in Europe: a statement from seven European countries 2025.

LGL Bayern, PDF-Download:
E-Health – Strategien europäischer Länder und Impulse für Bayern

WATCH AFib: Smartwatches for Detection of Atrial Fibrillation PubMed 2025

Wenzelburger FWG, Schumacher B. Rechtliche Aspekte der Telemedizin in der Kardiologie in Deutschland. Herzschrittmachertherapie + Elektrophysiologie 2023. (Paywall)

Über diesen Artikel

Foto von Dr. Kathrin Borgs; sympathische Frau mittleren Alters, mit schwarzem, schulterlangem Haar, Brille und blauem smartcor-Hoodie

Autor*in / geschrieben von

Dr. Kathrin Borgs

Foto von Dr. med. Christian Flottmann, MHBA; sympathischer Mann mittleren Alters, mit kurzem, blondem Haar, Brille und Arztkittel

Fachliche Prüfung / geprüft von

Dr. med. Christian Flottmann

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Dr. med. Christian Flottmann